Streusalz im Winter - Gefahren für die Umwelt

Hallo Umweltengel,

der Winter steht vor der Tür. Aus diesem Grund möchte ich euch in diesem Beitrag das Thema Streusalz und dessen Folgen für die Umwelt etwas näher bringen.

Streusalz – Was ist das eigentlich?

Streusalz, auch Tausalz genannt, wird im Winter gerne zum Auftauen von Schnee und Eis oder zur Verhinderung von Eisbildung im Straßenverkehr genutzt. Hierbei handelt es sich überwiegend um Kochsalze aus Natrium-, Calcium- oder Magnesiumchlorid, die bis zu -10°C bzw. -20°C Außentemperatur wirken. Neben Kochsalzen enthält Streusalz oftmals geringe Mengen an natürlichen und künstlichen Zusätzen, wie z.B. Rieselhilfsstoffe, welche einer Verklumpung des Salzes entgegenwirken. Aufgrund verbesserter Dosiertechniken der Streufahrzeuge sowie verbesserten Wetterprognosen, konnte die benötigte Salzmenge bereits von 40g/m2 auf 10-20g/m2 reduziert werden.

Auswirkungen von Streusalz auf Vegetation und Böden

Der Einsatz von Streusalz hat schädliche Nebenwirkungen auf die Umwelt, da sich die Ionen des Salzes nicht zersetzen und in der Umwelt verweilen. Besonders betroffen sind Pflanzen, die in der Nähe von Straßen, Fußwegen und Alleen wachsen. Alleenbaumarten wie Ahorn, Linden und Kastanien gelten als besonders gefährdet, da sie ohnehin sehr salzempfindlich sind. Der direkte Kontakt mit Salz führt bei den oberirdischen Teilen der Pflanzen zu Ätz-und Verbrennungsschäden und auch der indirekte Kontakt hat verehrende Auswirkungen auf das Leben der Pflanzen.

Mit dem Schmelzwasser versickert das Streusalz im Boden und erhöht dort die Salzkonzentration. Das Salz tötet diverse Kleinstlebewesen, die für die Nährstoffversorgung und Durchlüftung des Bodens notwendig sind. Außerdem wird das osmotische Potential des Bodens verringert. Auch die Pflanzen nehmen das Salz über ihre Wurzeln auf, wodurch ihr Nährstoffhaushalt durcheinandergebracht wird. Die Folge ist eine mangelnde Wasserversorgung der Pflanzen, welche letztendlich dazu führt, dass die Pflanzen trotz ausreichendem Niederschlag irgendwann vertrocknen und absterben. Das Verhängnisvolle: Streusalz kann sich über viele Jahre lang im Boden anreichern, weswegen die Schäden in der Vegetation meist zeitverzögert auftreten. Im schlimmsten Fall verdrängen salztolerante Pflanzen die einheimische Flora.

Belastung der Gewässer

Oberflächengewässer: Mit dem Schmelzwasser gelangt das Streusalz in die Abwasserreinigungsanlagen. Hier wird es jedoch kaum zurückgehalten und endet daher in Bächen und Flüssen, wo es das Gleichgewicht von Flora und Fauna in gleicher Weise stören kann, wie im Boden. In der Regel bestehen jedoch durch die Einleitung von salzhaltigen Abwässern keine weiträumigen, bedenklich hohen Chlorid-Ionen Konzentrationen in Oberflächengewässern, die die Gewässerorganismen dauerhaft schädigen können. Wird das Wasser hingegen für die Bewässerung in der Landwirtschaft benutzt, kann es auch hier langfristig zu ökonomischen Schäden der Vegetation und Böden kommen.

Grundwasser: Salzhaltiges Schmelzwasser versickert im Straßenrandboden und gelangt in unser Grundwasser. Auch wenn die Chlorid-Konzentration in der Regel deutlich unter dem Grenzwert für Trinkwasserverordnung (250mg/L) liegt, sollten chemische Beeinträchtigungen soweit wie möglich vermieden werden, da sich das Grundwasser nur langsam erneuert.

Weitere Umweltprobleme durch Streusalz

Streusalz hat schädliche Nebenwirkungen auf Fahrzeuge und Betonbauwerke. Das salzhaltige Wasser auf den Straßen greift den Unterboden von Fahrzeugen an, was zu Korrosionen (Zerstörung von Metall durch Oxidation) führt. Betonbauwerke und Stahlträger können durch das Salz an Stabilität verlieren und auch bei Ziegelbauwerken können Zersetzungen auftreten.

Tiere, insbesondere Haustiere wie Hunde, sind ebenfalls gefährdet. Die ohnehin durch Schnee und Eisklumpen strapazierten und empfindlichen Pfoten der Tiere können sich durch das Salz leicht entzünden. Infolge des Ableckens von Fell bzw. Pfoten und der damit verbunden Salzaufnahme können Verdauungsprobleme auftreten.

Doch nicht nur Tiere sondern auch Menschenleben können durch Streusalz gefährdet werden. Auf bestreuten Straßen fahren Autofahrer in der Regel zu schnell und zu unvorsichtig. Denn der Bremsweg des Autos kann sich, aufgrund der durch Salz gebildeten dünnen Schmierschicht auf Straßen und Bremsbelägen, verdoppeln. Auf unbehandelten Straßen dagegen fahren Autofahrer deutlich vorsichtiger.

Umweltfreundlichere Alternativen

Im Gegensatz zu Streusalz, schmelzen alternative Streumittel wie Sand, Splitt oder Kies das Eis nicht ab, sondern hemmen durch ihre abstumpfende Eigenschaft die Rutschgefahr indem sie sich mit der Eisschicht verzahnen. Ein großer Vorteil dieser salzfreien Alternativen: Nach dem Abtauen können Splitt und Sand einfach  zusammengekehrt und wiederverwendet oder entsorgt werden. Allerdings müssen sowohl Sand als auch Splitt mit einer höheren Streudichte (100g/m2) verteilt werden und aufgrund dessen ist ihre Verwendung mit einem höheren Energieaufwand verbunden. Die Beeinträchtigung von Vegetation, Gewässern und Böden ist bei geringem Schwermetallgehalt kaum bemerkbar. Jedoch kann wegen den abgestumpften Streustoffen Feinstaub entstehen, der die Luftqualität entlang stark befahrener Fahrbahnen beeinträchtigen kann. Aus diesem Grund ist es ratsam beim Kauf der Streumittel auf das Umweltzeichen „Blauer Engel“ (RAL-UZ-13) zu achten, da diese Produkte bestimmte ökologische Anforderungen gewährleisten.

Streusalzgebrauch im privaten, kommunalen & staatlichen Winterdienst

Der Gebrauch von Streusalz ist im privaten Bereich und auf Gehwegen in vielen Kommunen bzw. Ländern verboten. Dennoch ist es erforderlich der Verkehrssicherheitspflicht auch im privaten Bereich nachzukommen. Dies geschieht in der Regel durch das regelmäßige Räumen von Schnee oder den Einsatz von alternativen Streumitteln, möglichst mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“. Eine rechtzeitige Schneeräumung führt zu einer deutlichen Reduzierung von Streusalzgebrauch weil sich frisch gefallener Schnee leicht von den Fahrbahnen und Wegen entfernen lässt.

In einigen Kommunen ist der sparsame Einsatz von Streusalz an Gefahrenstellen wie Treppen und bei hartnäckigen Vereisungen erlaubt. Mithilfe von spezieller Technik und der Verwendung von Feuchtsalz kann an diesen Stellen eine gezielte Dosierung stattfinden, die gleichzeitig Verwehungen verhindert. Prinzipiell sollten der kommunale und staatliche Winterdienst je nach Witterungsverhältnissen entscheiden, ob gänzlich auf Streumittel verzichtet werden sollte oder, ob abstumpfende Mittel wie Splitt oder sogar Streusalz verwendet werden sollten.

Das Ziel ist immer, Streusalz so selten und gering wie möglich zu verwenden. Auch ihr könnt durch die rechtzeitige Räumung des Schnees vor euren Grundstücken einen Beitrag zur Vermeidung von Salzeinsatz leisten. Für ausführlichere Informationen zum privaten Winterdienst erkundigt euch bitte bei eurer Gemeinde!

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